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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Auf und Ab

Vor ein paar Tagen bin ich über eine Leseprobe zu einem Buch gestolpert, dass sich mit den Biografien von Geschwistern psychisch Erkrankter beschäftigt, also mit den “Unsichtbaren“. In der Leseprobe schnitt die Autorin die Geschichte ihres eigenen Bruders an, der zufällig Borderline – erkrankt ist.

War er mit der Geburt seiner Tochter stabil, wirkte geradezu genesen, fiel das Ganze in sich zusammen, als sich eine Krise auf mehrere Bereiche in seinem Leben ausdehnte.

Wie ich das so las, war ich plötzlich erleichtert. Das ich mich im Moment nicht mehr so gesund fühle wie vor Monaten oder gar einem Jahr, das darf so sein. Auf und ab. Es tat kurz weh, mich dran zu erinnern, dass ich nie so ganz “geheilt“ bin, aber bei dem zweiten gescheiterten Lebensentwurf, dem zweiten Mal zu viel Verantwortung und sehr viel Stress in zwei Jahren, bei zu wenig Zeit für mich selbst und gleichzeitig zu viel Zeit mit mir allein, da kann es passieren das die Grübelkreise, die Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle doch mal wieder Überhand nehmen.

Vor Allem so um Ostern und den 10. April herum.

Das heißt nicht, dass ich nach diesem Moment die Hände in den Schoß gelegt und aufgegeben hab – viel mehr fielen mir danach die Schritte ein, die jetzt wieder wichtig werden.

Was tut mir gut, wie kann ich mich strukturieren, wo kann ich ein paar Minuten für mich selbst sorgen?

Eine neue Bekanntschaft, liebe und wertvolle Hilfsangebote und viel Struktur haben dann doch ihren Dienst getan.

Jetzt bin ich in der neuen Wohnung angekommen, alles sieht ein Bisschen mehr nach “zu Hause“ aus und ich habe einfach mal ein Bisschen Pause. Und diese “Verantwortung für mich selbst“, die fühlt sich gerade endlich wieder richtig gut an.

Mit Liebe und Lächeln

Kaddi

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Thema von Anders Norén