Diversity Kinderbücher

Ich bin so und wie bist du?

Gestern Abend bin ich also über einen Beitrag von Tollabea gestolpert.

Sie veröffentlichte einen Beitrag von einer Frau, die sich über die Stereotypen in Bilderbüchern beschwerte, oder eher das Fernbleiben vom anders-sein in eben jenen.

Ich fühlte mich sofort angesprochen, weil ich selbst so viele kannte und es für mich das absolut Normalste der Welt ist, solche Bücher zu Hause zu haben! Klar, gibt es, hab ich geschrieben, tausend!

Wenn ich aber genauer hinsehe gibt es die eben bei mir zu Hause und an den Schulen und Kindergärten, die an entsprechende Projekten teilnehmen.

In Großstädten. In meiner kleinen Heimatblase von östlicher Kleinstadt sind die noch gar nicht so richtig angekommen.

Ich habe letztes Jahr zum Thema “Literacy im Rahmen der Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede” meine Facharbeit geschrieben und im Zuge dessen, habe ich mir eine Hand voll Bücher zum Thema “Anders sein und Migration” angesehen.

Da habe ich die also gestern Abend durchgeblättert und – was soll ich sagen? “Irgendwie anders” ist zwar irgendwie anders, und “Am Tag als Saída zu uns kam” beschreibt rührend die Situation für Kinder, die mit ihren Eltern aus ihrem Heimatland fortgehen, aus welchen Gründen auch immer. “Alle da – unser kunterbuntes Leben”, eignet sich toll um verschiedene Kulturen vorzustellen (wenn es an einigen Stellen auch tief in die Klischeekiste greift).

Aber von selbstverständlichem anders sein? Keine Spur. Geschiedene Eltern gibt es in Büchern, die extra nur dafür sensibilisieren wollen. Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben gibt es, wenn von Flucht und Sprachbarrieren die Rede ist und gleichgeschlechtliche Liebe findet nur ganz am Rande einen Platz, als das kunterbunte Leben vorgestellt wird.

Was also? Vielfalt ist immer noch nicht selbstverständlich?

Das kann man doch ändern! Ich gehe jetzt auf Tauchstation. In dieser (schon vorher geplanten, jetzt extra angespornten) Rubrik werde ich Bilderbücher vorstellen, die Vielfalt zum Thema machen, für die Vielfalt selbstverständlich ist.

Kinder mit Behinderung? Kinder die nicht weiß sind? Kinder mit zwei Mama’s, zwei Papa’s oder gar Patchworkfamilien? Kinder mit Eltern, die nicht ganz gesund sind, Her damit! Das probieren wir aus, das lesen wir, das stelle ich euch vor!

Ein Bisschen möchte ich mich aber auch noch zu anderen Themen äußern, die mir dazu auf die Füße fallen. “Indoktrination statt Aufklärung?” fragen Kritiker von Diversity-Literatur. Sie behaupten, diese Art Buch entspräche nicht der Lebensumwelt der Kinder – Transexualität sei so ein Thema, dass nur 1% der Kinder beschäftige, weil die anderen sich eben für ganz andere Dinge interessieren. Sie würden ja selbst gerade erst beginnen, sich mit ihrem Geschlecht auseinanderzusetzen.

Darf ich meine Meinung spoilern? Bullshit!

Kinder sind neugierig und gerade weil sie sich gerade erst damit beschäftigen, zu was und zu wem sie sich zugehörig fühlen, ist es wichtig ihnen diese Themen zugänglich zu machen.

Aber warum ich so denke und was das für Kritiker sind, das erzähle ich euch morgen.

Jetzt muss ich erst Mal den 50. Geburtstag meines Vaters feiern.

Mit Vorfreude und Liebe im Bauch

Kaddi

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