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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Im Hier und Jetzt leben: Danke, dass es euch gibt

Als ich gestern Abend, überwältigt von meiner Geburtstagsfeier, noch mal alle Gefühle und Gespräche Revue passieren ließ, blieb eine Zeile aus einem Songtext in meinem Gedächtnis hängen.

“Stiller waren wir nie, durch die Straßen weht Melancholie, und dass wir das hier mal vermissen, können wir noch nicht wissen.”

(Emma6: Lichtungen)

Wie oft erinnere ich mich an das große, warme “Früher”, als meine Freunde noch nicht in alle Himmelsrichtungen zerstreut waren, als wir uns mal eben am Abend treffen und über wichtige Themen philosophieren konnten, aber kein schlechtes Gewissen hatten, wenn nur unwichtige Dinge gesagt wurden?

Und wie oft vergesse ich, dass es dieses große, warme “Früher” in dieser Form nie gegeben hat, dass der Schuh schon immer irgendwo drückte!

Zur Zeit zerdenke ich sehr viel. Die Arbeitslosigkeit wurmt mich, obwohl ich sagen muss, dass diese Unterbrechung meinem Fokus auf die wesentlichen Dinge gut tut – der Abstand zu den Herzensmenschen nervt mich und ich beschäftige mich zur Zeit sehr viel mehr mit psychologischem Bimbam und lauter theoretischen Grundlagen für das Leben.

Ich bin auch sehr dankbar für alles, was ich habe, aber die Sehnsucht nach unbeschwerteren Zeiten lauert schon an einigen Ecken!

Am Samstag dann saßen dreizehn Personen in der Wohnung eines Freundes, die zum großen Teil aus anderen Städten angereist sind, um mich zu feiern.

Es war chaotisch und es war laut. Ich habe mit Niemandem so viel gesprochen, wie ich wollte! Ich habe Burger, Wraps und Pita zum selbst belegen vorbereitet, ich habe alle willkommen geheißen, wir hatten Spaß.

Für mich wurde gesungen, wir haben gelacht, es kamen Überaschungsgäste und ich habe so herzerwärmende Worte geschenkt bekommen: “Ich bin stolz auf dich”, “Du bist mir wichtig”, “Du bist meine Familie.”

Ich habe Freunde, die ehrlich gefühlvoll und Lebens-enthusiastisch sind. Die mich eben nicht an allgemeingültigen Werten messen. Freunde, die zum Teil so wie ich nirgendwo richtig dazugehören, die irgendwo in Norddeutschland verteilt leben und sich genau so sehr darauf freuen, sich in dieser Konstellation zu treffen wie ich.

Ich habe Freunde, die soziale Ängste haben, Freunde, die sie nicht haben.

Unsichere, laute, bunte Freunde. Ich lebe 24 Jahre in dieser Welt. Mit meinem zweijährigen Sohn, mit Menschen, die ich für nichts in der Welt austauschen würde.

Personen, die meine Werte teilen und welchen, die das nicht tun, aber das auf einem Niveau kommunizieren können, das niemanden verletzt oder bevormundet.

Ich habe meinen Geburtstag mit Menschen verbracht, die mich völlig annehmen. Immer wieder stand ich im Türrahmen und hätte weinen können, so gerührt war ich.

Mitternacht kam und ging und ich bin ertrunken in dem Gefühl, von liebenden Menschen umgeben zu sein, die wirklich gern da sind.

Ich wurde reich beschenkt, mit emotional aufgeladenen Dingen. Selbst gemalte Bilder, eine Seidenmalerei, ein Foto von einem Baum, der die Inspiration für ein ganzes Universum war.

Echte, mir geltende Gedanken, keine Gutscheine, kein Unsinn. Keine Vorwürfe. Nur Liebe. Überall Liebe.

Das ist nicht selbstverständlich. Ich weiß, dass ich Glück habe. Das ich da einen Haufen wunderbarer Menschen an meiner Seite habe.

Ich weiß, dass nicht mal alle Menschen anwesend waren, die diesen Text lesen und sich von Herzen mit mir freuen, die mir gönnen, all das zu erleben, die schmunzelnd denken “Na endlich bemerkt sie das!”

Ich bin dankbar. Für den Geburtstag, für alles, was mich umgibt, für das, was ich habe und für die Fähigkeit, mir etwas zu wünschen.

Ich bin dankbar, weil ich die wesentlichen Dinge in meinem Leben schon erreicht habe.

Und ich bin dankbar, dass genau diese Werte für mich die Wichtigsten, die Lautesten sind.

Mit Dankbarkeit und sehr, sehr viel Liebe im Herzen

Kaddi

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