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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Mama Akt II.

“Und, wie fühlt sich das an? Beim zweiten Kind? Das auf dem Ultraschall zu sehen und so?”

Ich hab keine Ahnung, antworte ich. So wie beim Ersten und ganz anders, sage ich dann. Ich murmele ein paar Sätze und verstumme dann ganz. Ich fühle, wie mich des Filous kleiner Bruder tritt. Alles ist anders dieses Mal. Nur der Geburtstermin kollidiert mit dem Geburtstag des Großen.

Des Großen. Er ist immer noch so klein! Manchmal vergesse ich sogar, wie klein eigentlich.

Er spricht und argumentiert was das Zeug hält – dass er meine Antworten gar nicht so gut versteht, ich ihn überfordere, wird mir manchmal erst bewusst wenn er weint und brüllt, weil ich mich an Abmachungen halte und er nicht.

Vor Allem ist es zauberhaft. Die Bewegungen des Babys zu fühlen und eine ungefähre Ahnung davon zu haben, was alles auf mich zukommt.

Zu wissen, dass es dem Baby gut geht und dabei selbst auch noch recht fit zu sein (oder wieder.)

Auf dem Ultraschallbild erste Gesichtszüge zu erahnen und romantischen Vorstellungen von Geschwisterkitsch zu verfallen.

Mir ein neues buntes Leben auszumalen dass so völlig anders ist als das, was ich gerade führe.

Aber es ist eben auch alles sehr viel schneller.

Ich sitze nur sehr selten da und streichle den Bauch, oft, wenn das Baby besonders aktiv ist, ist sein großer Bruder es eben auch.

Ich fahre schnell und oft aus der Haut und frage mich manchmal zweifelnd, wie das werden soll wenn beide da sind. Mehr als die Hälfte ist nun schon um! Bald ist es da und ich fühle mich völlig unvorbereitet. Die Wohnung steht ein Zehntel eingepackt in Kartons herum, ich trödele durch die Wochen. Hier was am Blog, da ein Termin und dann noch was für ein Bisschen Bucharbeit. Spielen mit dem Filou, gefühlte Tage die ich damit verbringe gereizt den Filou ins Bett zu bringen und dann selbst dabei einschlafe. Die Kündigung des Kitaplatzes rückt näher, die der Wohnung ebenfalls und irgendwie komme ich an keiner der Baustellen weiter.

Hamsterrad. Da ist viel zu wenig Zeit mich emotional auf diese Schwangerschaft voll und ganz einzulassen – denke ich.

Und dann machen wir lustige Bauchshootings und -vergleiche mit der letzten Bauchzeit, die Toxoplasmosebedingten gefühlten hundert Feinsonografien helfen mir, das alles ein Bisschen mehr greifbar zu machen.

Meist hört man die Hebammen auf ihren Blogs heute auf die moderne Technik und das fehlende “Bauchgefühl” schimpfen.

Obwohl ich alle diese Bedenken sehr gut verstehen und teilen kann, bin ich im Moment doch ganz dankbar für die halbe Stunde BabyTV alle zwei Wochen, die wirklich nur dem Kleinen gehören, von außen strukturiert.

Wie fühlt sich das also an?

Abenteuerlich, neu, zwiegespalten, im wahrsten Wortsinn.

Ich merke, wie die 40 Wochen an mir vorbeirasen und ich freue mich auf den Tag der Tage, aber ein Bisschen fürchte ich ihn auch. Da ist alles anders.

Mit Liebe und Lächeln

Kaddi

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