wahnsinnundwir

Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Melancholischer Jahresabend #2

Zweitausendachtzehn. In Zahlen 2018. 24 Jahre Menschenleben und die Monate zwischen März und November obendrauf.

Ich fühl’ mich momentan so klein und gleichzeitig so alt! In mir drin wächst ein Baby, schon wieder, dabei hab Ich die Sache mit dem inneren Kind und den intakten Beziehungen noch immer nicht begriffen.

Und dieses Jahr war verdammt lang! Fing der Winter doch schon an mit Nebel im Kopf und dem flauen Gefühl einer sich anschleichenden Depression, mündete in einem Winter voller Keime und endete im Frühjahr voller Herzschmerz.

Fand das Jahr doch seinen Höhepunkt in Schwangerschaftsübelkeit multipliziert mit Magendarmviren im Ausland und der Wahnsinnswandlung des Filoupapas. War ich wieder bei Rock am Ring und war das nicht phänomenal und irgendwie dramatisch, für mich, in meinem Herzen?

Ich habe meine Ausbildung aufgeben müssen und beginne, meine Träume zu Leben, umzusetzen, daran zu arbeiten, kleinschrittig.

Ich versuche gut zu sein im Mamajob und mich gern zu haben und Wissen zu teilen, eine gute Freundin, Tochter, Schwester zu sein. Mir selbst nah zu bleiben, nicht so weit wegzulaufen.

Wieder kam der Tod mich besuchen, hat mich daran erinnert, dass es ihn noch gibt, ich weiß gar nicht, wie oft er das schon tat.

Und wieder haben alte Schatten sich um meinen Tatendrang gelegt und versucht, mich klein zu halten.

Diagnosen ließen mich zittern und wieder musste ich Wünsche und Träume hergeben für die weniger schöne Version von Leben.

In drei Monaten ist der Filou drei und das Beerchen auf der Welt. In drei Monaten tauche ich ein in die Welt der Spucktücher und Babytragen, muss Köpfchen stützen und werde mich über Brabbellaute freuen und ich werde wissen, ob die Geburt dies mal weniger traumatisch sein durfte.

In zwei Wochen wohne ich in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin und feiere Weihnachten in der neuen Heimat.

In einer Woche wartet eine Woche kindfrei auf mich in einer halb ausgeräumten Wohnung.

Und heute Abend sitze ich hier, überwältigt von all der Zeit und all dem Leben.

Gefühlt habe ich gerade eben noch in Hamburg gesessen und wusste nicht, wo ich hinsehen, geschweige denn hingegen sollte. Hab gerade eben erst Lican kennengelernt und die Regenbogenleute. Stand dramatisch weinend im Garten des Lieblingshandwerkers weil mein Leben keinen Sinn ergab.

Ganz sicher kann es doch nicht schon fast drei Jahre her sein, das Leben ohne Kind?

Zu viel Leben für mein Herz, zu viel Gefühl für den Moment.

Melancholischer Jahresabend.

Mit Liebe und Lächeln

Kaddi

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

Antworten

© 2018 wahnsinnundwir

Thema von Anders Norén