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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Mit Eifer sucht, was Leiden schafft: Oder nicht?

Eifersüchtig sein. Mit Eifer nach etwas suchen? Gründe für Misstrauen finden, Angst haben, zu verlieren, Vertrauen zu verlieren, enttäuscht zu werden.

Kann man ohne Täuschung enttäuscht sein? Ich weiß, dass ich nie daran gezweifelt habe, das meine Partner treu sind. Fast nie. Eifersucht kenne ich zum Einen als diejenige, die kontrolliert wird. Die andere Seite habe ich mit 15 mal vorsichtig angetastet und mir dann schnell selbst untersagt…

Mein Vertrauen war unerschütterlich – fast habe ich mir gewünscht, dass es erschüttert wird, als Beweis dafür, dass mein Partner mich nicht braucht, nicht abhängig ist, von meiner Liebe.

Eifersucht war für mich ein ziemlich abstraktes Konstrukt. Albern. Wenn ich nicht vertraue, dann muss ich die Beziehung wohl nicht halten.

Das diese Denkweise nicht richtig ist, dass sie zuletzt gar Selbstschutz sein könnte, der Gedanke ist mir nie gekommen. Eifersucht ist etwas albernes.

Gedankenstein*: Vielleicht ist Eifersucht nicht albern, sondern der zwanghafte Versuch, sie sich selbst zu verbieten. Vielleicht ist Eifersucht nur eine weitere Form von Verlustangst. Vielleicht sucht Eifersucht nicht mit Eifer nach dem, was Leiden schafft – vielleicht ist es die eifrige Suche nach absoluter Sicherheit, über die ich sowieso dauernd stolpere.

Vielleicht gehört eine Form von Eifersucht dazu, wenn man (ich) eine Beziehung führt mit einem Mann, der wirklich mich, mein Herz, mein vollumfängliches Leben berührt.

Ich muss mir dieses Gefühl also nicht verbieten. Sich Gefühle verbieten hat sowieso den faden Beigeschmack der Unmöglichkeit. Extrem. Ganz oder gar nicht?

Üben, Beides gleichzeitig zuzulassen. Vertrauen und die Angst davor, zu verlieren.

Die Schlinge zieht sich zu, sagt ein Stimmchen in meinem Kopf. Die selbe Erkenntnis, wieder und wieder, auf immer neuen Wegen.

Ist das der Trick, am Ende? Nicht kontrollieren können, sich fallen lassen, ohne wissen zu können, ob man gefangen wird – wieder und wieder und wieder?

Eifersüchtig sein. Verliebt sein, zuversichtlich sein, Vertrauen haben. Und dennoch ein kleines Pieksen, wenn es um andere Frauen, andere Geschichten, von einander lösen und unangetastete Lebensbereiche geht.

Ein leises Pieksen das mir zuruft: “Er ist freiwillig hier. Er kann gehen, wenn er will. Wenn es jemanden gäbe, der ihn mehr lockt als ich, er könnte sich darauf einlassen.

Dagegen hält das Wissen, das wir passen. Das Gefühl vom zueinandergehören, einander verstehen.

Unendlich viele Puzzleteile, Zahnräder, die ineinander greifen, tiefe Verbundenheit, Herzklopfen, Zuneigung, Liebe, Höhenflüge und Abgründe, vermischte Zukunftsvisionen und Perspektiven, die aus verschiedenen Leben gewachsen sind und dennoch so nah aneinander laufen, parrallel nebeneinander (übereinander?) bestehen können, mit verschiedenen Nuancen und Schattierungen.

Ich wollte über Eifersucht schreiben und es ist doch wieder nur eine Liebeserklärung geworden.

Mit Eifer, Liebe und Lächeln nach Worten suchend…

Kaddi

*Gedankenstein: Der wurde vom Herzensmann geworfen und hat hier ein paar Denkprozesse ins Rollen gebracht.

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