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Zwischen Wahnsinn und Erwartung - wie viel anders ist normal?

Und dann drehte sie sich im Kreis

Es war so ein Tag voller Schwere. Einer, an dem das grau klebt, das weh tut. In den Augen, in den Ohren, beim Sprechen.

Die Last der letzten Wochen lag auf ihren Schultern und stauchte ihr den Rücken und ihre Gedanken kreisten um alle Menschen, die in ihrem Leben saßen. Ihre Gedanken kreisten.

Ziellos wählte Sie Musik aus und versuchte, es abzuschütteln, das ‘es’ das jeder kannte, was sich aber für Niemanden so anfühlen konnte. Warum stellte sie sich denn so an? Warum biss sie nicht die Zähne zusammen?

Die Töne schlichen sich nur langsam in ihr Herz, aber sie beschloss, dass jetzt Zeit war, dazu zu tanzen; Sie tanzte ja sowieso, in ihrem Kopf, um den Geschossen auszuweichen. Und weil sie gar nicht wusste, wie sie tanzen sollte, drehte sie sich im Kreis, so wie früher. Erst langsam, dann immer schneller, bis alles um sie herum zu einem Meer aus Schlieren und Wirbeln verschwamm.

Streckte sie ihre Arme erst aus, um in den Fingerspitzen zu fühlen, ob da Widerstände lauerten, fühlte sie plötzlich, dass es den Fingern ganz egal war, was sie spürten und die Muskeln in den Armen gar nicht gestreckt werden wollten, sie wollten wirbeln.

“Du bist erwachsen,” dachte sie erschrocken, als sie sich fühlte wie ein Kind, in der Begeisterung schwamm, dass ihre Arme wackelig vom Tanzen in der Luft schlingerten. “Aber du fühlst das Kind,” antwortete sie sich stumm lachend und drehte sich weiter. Und sie drehte sich.

Kreise, Kreise, Kreise.

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Thema von Anders Norén