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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Warum sich Baby’s nicht mit gestörtem Urvertrauen vertragen

Ich habe Angst.

Ich habe eigentlich immer und schnell ganz furchtbar große Angst um meine Mitmenschen, denn ihnen könnte etwas zustoßen und dann wären sie ja weg. Hierbei sind mir Statistiken völlig wumpe, die bedeuten für den Einzelnen eben überhaupt nichts. Glücksspiel. Kann sein das alle Menschen die ich liebe gleichzeitig an Krebs erkranken. Nicht sehr wahrscheinlich. Aber möglich.

Meine Söhne waren jetzt beide direkt nach der Geburt auf der Intensivstation. In der Zeit, in der man vorsichtig ausprobiert wie es ist, die Mama seines Babys zu sein, saß ich zwischen piepsenden Monitoren. Und meinem Gefühl ist es dabei egal ob das Kind Sauerstoff braucht und eine Nasensonde, so wie der Filou – oder nur zur Überwachung des Blutzuckers liegt, so wie die Schildkröte.

Nun ist die Zeit beim Großen lang verschmerzt und ich hab es geschafft, seiner Lebensfähigkeit zu vertrauen. Aber jetzt ist da der kleine Zwerg. Und die Achterbahn der Gefühle geht wieder los.

Obwohl er zu keiner Zeit in Lebensgefahr schwebte – ich habe Angst.

So richtig. Angst, die mein Herz umklammert und weh tut. Was wenn die Gelbsucht doch zu schlimm ist? Was wenn er sich beim Großen ansteckt und wieder in die Klinik muss?

Jetzt hab ich auch noch ein Herpesblässchen an der Lippe, und das emotionale Chaos geht von vorn los.

Hirnhautenzündung. Sehfehler. Lebenslange Einschränkung. Zufällig dieselben Symptome wie bei der Toxoplasmose. Und bei der Gelbsucht.

Trinkschwäche. Grippeähnlich. Wenn Sie was beobachten, schnell in die Kinderklinik. Leben oder Tod.

Ich wollte nur kuscheln.

Aber jetzt beobachte ich. Desinfiziere die Hände. Fluche jedes Mal wenn ich mir ins Gesicht fasse. Ja, ich habe Angst.

Das Leben hat mir schon ein paar Mal gezeigt dass Statistiken für den Einzelnen wertlos sind. Mir Leute weggenommen die streng genommen noch Leben verdient hätten.

Ich habe also Verständnis für mich.

Aber das Gefühl ist kaum aushaltbar. Angespannt sein. Es richtig machen wollen.

Die Anspannung ist das Schlimmste.

Klanmergriff uns Herz. Wach sein, wenn ich schlafen könnte….

Gute Nacht.

Mit Liebe

Kaddi

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1 Kommentar

  1. Tina 10. Februar 2019

    Ach gott wie niedlich der kleine ist😍 und der große Bruder hält, ich könnte dahin Schmelzen. Ich verstehe deine Ängste sehr sehr gut, ich hatte bei felix damals auch Herpes bekommen, als er 3 wochen alt war. Einfach nur furchtbar wenn man nähe möchte aber Abstand halten muss, aber die zeit vergeht ganz schnell und dann kannst du wieder unendlich viel kuscheln ❤😙

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