Was sind eigentlich Glaubenssätze?

Ich arbeite schon seit nun mehr sechs Jahren verhaltenstherapeutisch und reflektiert an mir selbst herum und habe mir selbst zur Aufgabe gemacht, der Welt (oder denen, die an meinem Leben teilnehmen) zu erklären, was ich da so lerne. Ich habe mir zur Aufgabe gemacht, die Dinge zu erklären und zu beleuchten.

Aber weil ich das eben schon seit nun mehr sechs Jahren tue, vergesse ich manchmal, was die Menschen schon wissen und welche Begrifflichkeiten ihnen nicht so richtig viel sagen.

Im Zuge meiner Mitmachchallenge arbeite ich aber nun darauf hin, meine eigenen Glaubenssätze neu zu erkennen und zu verändern. Ich biete an, dass ihr dabei mitmachen könnt, was aber bei der ganzen Kiste fehlt ist eine gute Erklärung:

Was sind eigentlich Glaubenssätze?

In der Kindererziehung spricht man hier eigentlich auch von “Werten und Normen”.
Andere nennen sie “Skriptsätze” oder “Zuschreibungen”.

Zuletzt und insgesamt sind es tiefe Überzeugungen von uns, die wir nicht hinterfragen.
“Bei rot darf man nicht über die Ampel gehen”, könnte so ein Glaubenssatz sein. Das hinterfragst du nicht, weil du weißt, wenn du über die rote Ampel gehst, könnte dich ein Auto überfahren. Oder du hinterfragst es doch, weil du das Auto nicht siehst und deiner aktuellen Wahrnehmung eher vertraust als dem roten Licht und der Erinnerung an das, was deine Eltern dir irgendwann einmal beigebracht haben.

Da ist dann eigentlich auch schon der Knackpunkt.

Ein Glaubenssatz kann grundsätzlich etwas Gutes sein.

“Wenn ich etwas will, kann ich es schaffen.”

Ein Glaubenssatz kann etwas grundsätzlich Schlechtes sein.

“Aus mir kann nichts werden, ich bin es nicht wert.”

Gemeinsam haben beide Sätze, dass sie von irgendwo herkommen. Dass sie sich wie Gedankenstraßen in deine kognitiven Prozesse, in dein Denken gebrannt haben.

Beide Sätze wurden dir von jemandem eingebläut und wurden über die Jahre immer wieder bestätigt. Durch Lehrer, Erzieher, Respektpersonen, Oma, Opa, große Geschwister, Cousinen, Freunde und schließlich die Eltern.
Du hast sie sooft gehört, dass du sie irgendwann selbst so völlig autonom übernommen hast, dass du sie nicht mehr hören musst, um nach ihnen zu leben.

“Wenn ich etwas will, kann ich es schaffen” trägt eine ungeheure Resilienz, im ersten Moment, denn viele Misserfolge können weggesteckt werden, mit dem Mantra im Kopf, dass man es nur mehr wollen muss.
Schwierig wird es dann zum Beispiel, wenn jemand unheilbar erkrankt, eine Liebschaft endet oder du im Job gekündigt wirst, obwohl du immer dein bestes gegeben hast.

Wenn dein Körper eine Pause braucht, aber du dich mit dem Rücken an die Wand stellst weil du denkst, dass du es nur nicht genug gewollt hast.

Du stehst dann an der roten Ampel weil du deiner Wahrnehmung nicht trauen kannst. Du denkst, du darfst nicht drüber gehen, weil man das nun mal so macht, weil du sonst vom Auto überfahren wirst.
Du darfst jetzt nicht aufhören, das zu wollen, du darfst keinen anderen Weg einschlagen, denn wenn du es nur genug willst, kannst du es schaffen.

Der andere Glaubenssatz tut natürlich auf direkterem Wege weh. “Ich kann es nicht schaffen, ich bin es nicht wert”, kann dafür sorgen, dass du es nicht schaffst. Es kann ein Bruch in der Beziehung sein, weil du deinem Partner niemals glaubst, dass er dich liebt. “Ich bin es nicht wert. Er / Sie kann mich nicht lieben.” Es kann dich dazu bringen, die Beziehung selbst zu beenden, weil du dir nichts vormachen willst.

“Ich kann es nicht schaffen, ich bin es nicht wert” kann dafür sorgen, dass du niemals irgendetwas schaffst. Weil deine Gedanken sich immer auf dieser einen Straße bewegen, obwohl du, wenn du deiner Wahrnehmung trauen würdest, merken könntest, das schon seit zwei Stunden kein Auto über diese verdammte Straße gefahren ist, an der du stehst.

Glaubenssätze oder “Skriptsätze” sind die Straßen, auf denen sich deine Gedanken bewegen. Um sie außer Kraft zusetzen, musst du bewusst neue Straßen bauen, auf denen die Gedanken “fahren” dürfen.
Aber: Die “ursprünglichen” Gedankenstraßen bestehen seit vielen, vielen Jahren.

Die Gedanken umzulenken bedarf einer Menge Übung.

Und knifflig wird es nochmal an einer anderen Stelle. Du musst diese Glaubenssätze und Gedankenstraßen leider zuerst einmal erkennen und das ist nicht so einfach.

Hier genau setze ich in meiner “Selbsttherapie” jetzt wieder an. Welche Glaubenssätze gibt es überhaupt? Was machen meine Gedanken den ganzen Tag, warum fahren sie Kreise?

Dazu also die #Mitmachchallenge #Seelengymnastik: Ich beobachte meine Gedanken mehrmals am Tag.

Schließlich und endlich finde ich meine Glaubenssätze. Und dann baue ich neue Straßen.

Also, lass uns zusammen neue Straßen bauen!

Wenn ihr noch Fragen habt, oder ein paar “seriöse Quellen” wollt, um diesen Kram hier nachzulesen, meldet euch gern.

Mit Liebe

Kaddi

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