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Zwischen Wahnsinn und Erwartung – wie viel anders ist normal?

Was tun wir gerade?

Wenn der Filou und ich in Konfliktsituationen geraten, die mich zum Kochen bringen, muss ich mich sehr bewusst aus dem Moment ziehen.

Ich neige zur Impulsivität – in so einem Moment ist es mir auch “passiert”, dass ich ihn geschlagen habe.

Das Kind hat damals keine Blessur davon getragen, er hat sich aber vor mir erschreckt. Ich denke nicht, dass ich ihm wehgetan habe, trotzdem werfe ich mir diese Impulshandlung immer noch vor. Sie ist mein Knoten im Taschentuch der mir beweist: Es kann eskalieren. Ein Moment der Unachtsamkeit mit mir selbst reicht aus.

Als lösungsorientierter Optimist habe ich mir aber ein paar Ideen zurechtgelegt.

Ich habe mir selbst in meiner Wohnung und in meinen eigenen Denkstrukturen also Mechanismen aufgebaut, die mich beim Reflektieren unterstützen.

Die erste Stufe davon teile ich an dieser Stelle mit euch:

Was tun wir gerade?

In meinen Tagesablauf habe ich einen Gedanken eingeflochten, der sehr einfach funktioniert. Mehrmals am Tag, unabhängig von der Situation, stelle ich mir selbst diese Frage.

Der Sinn davon ist, wie bei den meisten Achtsamkeitsübungen, bewusst wahrzunehmen, was gerade geschieht. Das heißt, ich höre mit Allem auf, was mich ablenkt (Smartphone beiseite legen zum Beispiel) und beobachte mich und den Filou.

Beschäftigen wir uns miteinander? Spielt das Kind allein?

Diese Momentaufnahmen können zweierlei bewirken: Läuft gerade alles wie geschmiert, ich sitze entspannt auf der Couch oder mache den Haushalt und das Kind amüsiert sich allein, dann sind es, ich nenne sie

“Kraftmomente”,

die das Gewicht auf der Waage ausgleichen: Aha, er kann durchaus auch friedlich spielen und ich habe manchmal Zeit für mich. Ressourcen auffüllen; Kraft schöpfen.

Ist die Situation etwas angespannt, das Kind überdreht und ich nicht voll bei der Sache, sind es

Puffer“,

Ich habe Gelegenheit diese Anspannungsmomente frühzeitig anzugehen und etwas zum Ausgleich zu tun: Und beide anziehen, so lang wir uns noch nicht richtig zanken, die Knete bereitlegen, die Badewanne voll machen.

Nicht immer gleich effektiv, aber nach einer Woche bereits eine wesentliche Veränderung zum “Vorher”.

Um das Ganze überhaupt einzuführen habe ich eine Erinnerung auf meinem Handy eingestellt. Alle 70 Minuten fragte mich das Gerät “Was macht ihr gerade?”

Sodass ich gezwungen war, mich damit auseinanderzusetzen.

Nach ein paar Tagen konnte ich dem Wecker schon vorgreifen “Na, gleich fragt mich der Wecker doch…”

Und inzwischen habe ich das nervige Geudel ausgestellt. Klappt auch ohne gut!

Also, was macht ihr gerade?

Ausprobieren, auswerten, Feedback geben. Nutzt euch das was?

Mit Liebe und Lächeln

Kaddi

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