Meine Projekte,  Rund um's Buch

Wenn Mama nicht richtig zuhört…

Ich lerne, ich verändere, ich reflektiere. Und dennoch macht mir das Mutter sein manchmal große Angst.

Kinder von Eltern, die an Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen leiden, müssen früh mit verschiedenen, schwierigen Situationen umgehen.
Sie müssen sozusagen “an der Erkrankung vorbei” reifen.

Sie können nicht verstehen, was da in Mamas Kopf passiert und uns als Eltern fällt es schwer, oder uns fehlt sogar die Kraft, es ihnen richtig zu erklären. Also beginnen sie, sich eine eigene Realität zu basteln.

Weil sie vollkommen von uns abhängig sind, werden sie in dieser Realität den Fehler nicht bei uns suchen, sondern bei sich.

Ich bin Schuld, dass es Mama so geht. Ich muss das besser machen. Ich darf nicht schreien, ich muss nur alles genau so machen, wie Mama will.

Wenn dann noch eine Impulsstörung dazu kommt – also Wutausbrüche, selbstverletzendes Verhalten oder Schlimmeres, “zerbricht” das Bild von Mama.

Das Kind kann noch nicht begreifen, dass seine Mutter “gut” und “schlecht” zur gleichen Zeit ist. Es spaltet die Mutter (oder den Vater) quasi in zwei Personen.

Und übernimmt dieses Muster für sein eigenes, späteres Leben – es gibt dann ein “gutes” und ein “böses” Ich.

Die wieder zusammenzuführen ist später, wenn überhaupt möglich, sehr harte Arbeit. Das Kind übernimmt die psychische Erkrankung der Eltern.

Ich kämpfe hart darum, meinem Sohn das alles zu ersparen.

Und dennoch gibt es Tage, an denen ich kaum von der Couch komme. An denen der Filou bunt um mich herumspringt und ich wütend werde (wider besseren Wissens).

Ich suche also nach einer Lösung, die, zusammen mit meiner Therapie, mein Kind besser auf sein Leben vorbereitet. Die ihm hilft zu verstehen!

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wird hoffentlich auch irgendwann im Buchhandel erhältlich sein.

“Mama und die Fühlster” erklärt mit einfachen Bildern und wenig Text die für Kinder wichtigsten Aspekte der emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung (aber auch ähnliche Krankheitsbilder).

Es fasst, für Kinder ab etwa zwei Jahren verständlich, wesentliche Antworten auf die Fragen zusammen, die in Kinderköpfen auftauchen können:

Warum ist Mama so? Hat sie mich dann nicht mehr lieb? Darf ich so sein, wie ich bin?

Meinen Erstentwurf lesen der Filou und ich fast jeden Tag zusammen. Meine Fühlster hängen an meiner Wohnzimmerwand – mein Sohn spricht von “Wuuut!” und zieht dabei die Augenbrauen zusammen, erkennt “Trauer” auch bei dem Mädchen, dass sich auf dem Spielplatz wehgetan hat und schimpft mit mir zusammen über die Leere, wenn ich mich nicht konzentrieren kann.

Natürlich stehe ich immer in einem Konflikt: Sich damit in dem Alter auseinandersetzen zu müssen, das hätte ich meinem Filou nicht gewünscht.
Aber damit konfrontiert wird er leider sowieso.

Und jetzt kann ich ihm dabei helfen, das zu verstehen!

Frohen Mutes nach einem sehr anstrengenden Tag
Kaddi

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