Willkommen zurück, Fieber, alter Freund

Da dachte ich, wir hätten es überstanden!

Der Filou plagte sich seit Weihnachten mit dem Mecklenburger Allerlei der Erkältungsviren.

Erst schleppte er eine dicke Grippe an, die dann auch mich und den Supermann erwischte. Als wir uns richtig sicher waren, dass die Symptome jetzt bei allen schwächer wurden, expandierte der Husten zu einer von uns sehr gehassten Bronchitis: Wir bewaffneten uns mit dem Inhalationsgerät, dass wir bereits parat haben, und sagten den Bazillen den Kampf an.

Wie sich das anfühlt, nach dem lieblichen Weihnachtsstress samt Weltreise und einer mega Grippe das definitiv nicht Kita-fähige Kind aufzupäppeln?

Ich erinnere mich mal ähnlich müde gewesen zu sein, nach Festival- und Tanzexzessen im Sommer 2014, als mich ein Autounfall, gebrochene Rippen und Depressionen nicht daran hinderten zu gleich drei aufeinanderfolgenden Festivals zu fahren.

Der Unterschied?

Erstens: Wenn ich nicht mehr konnte, fiel ich wo ich war einfach um und schlief – und Zweitens: Ich hatte unfassbar viele Menschen in meiner Filterblase, die genau so fühlten.

Jetzt jammerte ich also meinen Eltern und kinderlosen Freunden die Ohren voll über Vorhautentzündungen, grippale Infekte und Streits um den letzten Abwasch.

Eigentlich hätte ich während dieser Zeit Unmengen an Klausuren schreiben und mein nächstes Praktikum vorbereiten müssen: Nach acht Wochen “krank wegen Kind” hatte sich das dann erledigt.

Hab ich schon erwähnt, dass ich offiziell allein erziehend bin? Hätte ich den Supermann nicht, ich hätte diese Zeit nicht überstanden, egal wie sehr ich es gemusst hätte.

Aber auch so, war ich völlig am Ende meiner Kräfte. Zuletzt stapelten sich Geschirr und Wäscheberge genauso hoch wie unerledigte Dinge auf der To do Liste, die Ausbildung wurde pausiert und der Supermann bekam die absurdesten Ausartungen meiner schlechten Laune ab.

Kaum zu glauben also, als auch die letzte Entzündung des Filou’ in den Winterferien ausgeheilt war und wir einen Urlaub bei meiner Mama genießen konnten!

Habe ich gestaunt, um zwölf Mittagsschlaf, um acht ins Bett, bis morgens durch! Wahnsinn! Das Kind kann sogar richtig essen! Und irgendwie hatte ich mich wohl so daran gewöhnt, dass er den ganzen Tag auf meinem Arm sitzt, dass ich mir glatte zehn Kilo leichter vor kam:

Ja, mein Selbstwertgefühl machte einen gewaltigen Satz nach oben, ich konnte was anpacken, mich wohlfühlen!

Aber keine Sorge: Der Spuk hat ein Ende. Nach nur einer Woche Kita ist der Husten wieder da, das Fieber gesellte sich heute Abend dazu und der schlechte-Laune-Zwerg hat es sich im Bauch meines Sohnes gemütlich gemacht.

Heute bin ich guter Dinge: Wir wuppen das! Total schön wäre natürlich, es in einer Woche zu überstehen – schließlich hat Opa nächste Woche Geburtstag, und die runde Fünf wollten wir mal wieder feiern gehen. Aber den Filou mit Fieber bei Papa parken?

Au wei! Gleich die Woche drauf kommt dann meine lang ersehnte 24 und an meinem Ehrentag wollte ich mir doch eigentlich auch mal wieder Aufmerksamkeit schenken…

Was soll’s? Was muss das muss.

Grüße und desinfizierte Liebe aus dem Virenzoo

Kaddi

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