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Zwischen Wahnsinn und Erwartung - wie viel anders ist normal?

Du kannst, was du bist oder warum stellst du dich so an?

Sei du selbst, verstell dich nicht, konsumier nicht so viel und wenn doch, dann den guten Stoff, also, fair trade hergestellt, nicht aus Kinderhand. Von Kinderhand, meine ich, du musst nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, mit Gold kannst du den Wert von Freundschaft, Liebe und Respekt sowieso nicht aufwiegen.

Wenn es alle so machen würden, die Welt wäre so ein toller Ort. Würden Texte wie diese viral gehen, sich wie ein Wortgewand um die Komfortzonen jener Leute legen, die nur an sich denken. Die Bösen, die Kapitalisten, die Chauvinisten, die politisch Inkorrekten. Die, die ihren Fokus auf die Wirtschaft richten, sich selbst den „Mittelstand“ schimpfen und dabei aber eigentlich mit dem goldenen Löffel im Mund geborenen. Na oder die Hartzer, die nie arbeiten waren und- ach lassen wir das. Systemrelevant sind eh nur die Guten, die, die sich noch altruistisch aufgeben und nicht so viel erwarten für ihr Geld, höchstens ein freundliches „Merci“ von der Politik. Du kannst sowieso nichts richtig, also, nichts richtig machen, dass solltest du ja jetzt in all deinen Lebensjahren gelernt haben. Vielleicht hast du auch gar nix gelernt, aber das ist dann halt dein Problem, lernen kann man jeden Tag, auch ohne Bücher, sogar ohne Buchstaben, genau genommen. Sprache, reden, Worte – ein Hort der Missverständnisse. Du siehst was da ist. Und bevor du jemanden fragst, was Glück ist, weißt du, solltest du herausfinden, ob der Mensch, den du da vor dir hast, wirklich glücklich ist. Ich glaube Glück ist – wissen was man will und haben was man braucht. Glück ist, seinen Weg zu kennen und ihn dabei eben auch zu beachten. Das Gänseblümchen am Wegesrand, das Wissen um die Vergänglichkeit und Hoffnung darauf, das alles immer anders wird.

Vor Allem aber glaube ich, Glück ist, in Bewegung bleiben. Damit meine ich nicht, von Ziel zu Ziel und von Herausforderung zu Herausforderung hüpfen, ich meine – im Kopf. Dinge ändern sich nämlich ständig. Menschen, Leben, Städte, sogar Dörfer. Alles was du siehst verändert sich, was statisch ist, das lebt nicht und ich glaube, was nicht lebt, das empfindet auch kein Glück.

Der Trick ist vielleicht, das Glück nicht zu suchen, nicht von Gelegenheit zu Gelegenheit hüpfen, Glück ist, auf dem eigenen Weg bleiben. Das ist aber nicht so leicht, denn jeder ist ja das erste Mal hier, auf dieser Welt, und wir sind so sehr geneigt, die eingetretenen Wege zu laufen. Und nu ja – der Mensch, der hat die Wege geteert, statisch gemacht, symbolisch und auch wörtlich und wir, frisch und rosa, kommen auf die Welt und werden vom ersten eigenen Schritt ermahnt, auf den Wegen zu bleiben. „mach nicht meine Fehler“, sagt einer und wir wollen ja auch keine Fehler machen, wir wollen glücklich sein. Und wenn der weiß, was Fehler sind, dann muss er ja wissen, was richtig wäre? Es sei denn natürlich er glaubt nur, glücklich wäre er ohne Fehler geworden. Das ist schon irre kompliziert, denn ich ahne schon – glücklich werden ist kein Prozess, glücklich muss man sein. Man muss damit anfangen, irgendwann. Ich hab zum Beispiel ein schlagendes Herz und zwei Beine. Ist doch ein Anfang. Und ich kann mit Worten. Gut, oder?

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Thema von Anders Norén