Grenzgänger,  Vom Anderssein

Gänsehautmomente

Es dauert wohl noch eine Weile, bis ich ganz und gar begreife, bis ich verstehe, dass es sich immer genau so anfühlen wird. Bis jeder Moment meines Lebens versteht, angenommen wird als genau das. Als mein Leben. Es gibt, ich nenne sie die ‘Gänsehautmomente’,

Momentaufnahmen in denen ich alles ganz klar sehe. In denen ich kaum in Worte fassen kann wie sehr ich erkenne, wie viel ich sehe, wie viel ich weiß. Ich wünsche mir dann, meine Augen wären Kameras, damit ich mich erinnere, erinnere an Schönheit, Endlichkeit und Unendlichkeit, dieses Tiefe Gefühl wichtiges von Unwichtigen unterscheiden zu können, in mir ruhend oder völlig neben mir stehend einfach völlig angenommen zu sein und alles annehmen zu können, verstehen dass mein Leben überall ist, wo ich bin und nicht gestern war oder morgen sein wird, sondern ist. So aber vergesse ich. Es fällt aus mir heraus als wäre es nie da gewesen und zurück bleibt das dumpfe Sehnen und Warten und ich weiß nicht einmal wonach oder worauf. Die Gänsehautmomente kommen mich inzwischen viel häufiger Besuchen. Ich halte sie dann fest. In Fotos, in Texten, in Pinselstrichen. Manchmal lasse ich sie auch einfach gehen. Aber immer genieße ich sie, mit jedem Gefühl das darin steckt. Das kann Trauer sein oder Wut. Oder Freude und das schönste Lachen, dass mir je über die Lippen kam.

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